(8) WARUM SICH IN EINEM HOCH DIE WOLKEN AUFLÖSEN

Wer aufmerksam die täglichen Wetterberichte verfolgt, hat sich natürlich längst darauf eingestellt: Immer wenn uns die Meteorologen die Annäherung eines "Hochs" ankündigen, dürfen wir - wenn nichts dazwischenkommt - zumindest darauf hoffen, daß sich die Wolken am Himmel mehr und mehr lichten und statt dessen der Sonne Platz machen.

Insbesondere in den hellen Sommermonaten geht dieser Wandel bekanntlich meist auch mit einer als überaus angenehm empfundenen Erwärmung der Luft einher, so daß wir von einer "Schönwetterlage" sprechen. Aber auch im Hochwinter verheißen Hochdruckgebiete in der Regel schönes Wetter. Dann herrscht wegen der durch die langen, klaren Nächte in Bodennähe überwiegenden Ausstrahlung zwar oftmals frostige Kälte, aber - Hand auf's Herz - wer zieht einen knackig kalten, dafür aber durchweg sonnigen Wintertag dem feuchten Einheitsgrau trüber, herbstlicher Nebel- oder Schlechtwettertage nicht entschieden vor?

Und der Grund hierfür liegt auf der Hand: So vermögen die Strahlen einer vom klaren, blauen Himmel herablachenden Sonne nicht nur unseren Körper, sondern eben auch unser Gemüt zu erwärmen, die Stimmung zu heben und die Schönheit einer froststarrenden Winterlandschaft in all ihrer Pracht auch vor unseren inneren Sinnen zur Geltung zu bringen.

Weshalb aber, so mag man sich fragen, lösen sich die Wolken in einem "Hoch" eigentlich auf? Nun, - die Erklärung für dieses Phänomen ist so einfach, daß wir sie sogar im häuslichen Alltag immer wieder beobachten können: - Sich erwärmende Luft vermag nämlich deutlich mehr Wasserdampf aufzunehmen als kühle. Diesem Umstand ist es beispielsweise zu verdanken, daß Wäsche im warmem Wind oder in beheizten Räumen besser trocknet, als bei kühlen Temperaturen.

Welche Vorgänge führen nun aber in einem Hochdruckgebiet zu der für die "Austrocknung" der Wolken notwendigen Erwärmung der Luft? - Es ist der Luftdruck selbst: In einem Hoch sinken die Luftmassen nämlich aus höheren Schichten langsam zur Erde herab. Und bei diesem Abstieg erzeugen sie einen immer größer werdenden "Luftdruck", denn am Boden geht's ja erst mal nicht mehr weiter, so daß der Luftstrom dort seitwärts ausweichen muß.

Genau wie sich eine Fahrradluftpumpe durch den erhöhten Druck beim Pumpen erwärmt, tut dies nun auch die aus einer atmosphärischen Hochdruckzone herababsinkende Luft. Und obwohl die auf diese Weise verursachte Erwärmung in allen Höhenschichten nur wenige Grad Celsius beträgt, reicht sie völlig aus, um etwa vorhandene Wolken großräumig zu verdunsten oder zumindest doch an deren Entwicklung zu Regenwolken zu hindern.

Sonntag, den 29. März 1998

copyright: Jürgen Vollmer, Marburg



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