(11) Wettervorhersage und Barometer - wies funktioniert...

Es ist kein Geheimnis, daß sich Menschen, die einen Großteil des Tages in der freien Natur verbringen, häufig erstaunlich gut darauf verstehen, kommende Wetteränderungen etwa an der Form von Wolken, an Richtungswechseln des Windes, oder auch am Verhalten bestimmter Tiere vorauszusehen.

Wer nicht über diese beneidenswerte Gabe verfügt, ist dagegen bei der Planung des Familienausflugs, beim Vorbereiten des Gartenfests oder auch bei der Durchführung von wetterabhängigen Arbeiten auf Gedeih und Verderb den Prognosen der Wetterfrösche ausgeliefert.

Denn obwohl in jedem zweiten Wohnzimmer auch ein Barometer hängt, verstehen sich doch nur wenige Menschen wirklich darauf, dieses richtig einzustellen, um sodann aus den Bewegungen des Zeigers auch die richtigen Schlüsse ziehen zu können...

So hält sich hartnäckig der Irrglaube, für eine korrekte Geräteeinstellung sei es unbedingt erforderlich, die Höhe des eigenen Wohnortes zu kennen. Es ist zwar durchaus richtig, daß auch das dekorativste Barometer mit zunehmender Höhe alle 8 Meter etwa um 1 Hektopascal "fällt", so daß der Zeiger aus einem Schönwetterhoch an der Küste bereits in 400 Meter Höhe ein wahres Sturmtief macht. Aber gerade wegen dieser Tatsache ist für eine brauchbare Einstellung des guten Stücks allein derjenige Luftdruck von Bedeutung, der in Meereshöhe herrschen würde.

Nur durch Einstellung auf diesen fiktiven Luftdruck, der - ungeachtet der tatsächlichen Ortshöhe - auf Meeresniveau anzutreffen wäre, werden die Anzeigen von verschieden Barometerstandorten überhaupt erst miteinander vergleichbar. Wer sein Gerät richtig - also vergleichbar - einstellen möchte, braucht sich daher nur von der nächstgelegenen Wetterstation den gerade aktuellen, auf Meereshöhe reduzierten, d.h. "heruntergerechneten" Luftdruck nennen zu lassen.

Auch die Luftdrucklinien in unserer täglichen Wetterkarte geben stets den jeweils für 13 Uhr bzw. im Sommer den für 14 Uhr erwarteten und auf Meereshöhe reduzierten Luftdruck wieder.

Marburg, den 19. April 1998

copyright: Jürgen Vollmer, Marburg



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