Wetterrevue - Modelldiskussion

gleich zur mrf-Animation

gleich zum ecmwf + 144 h

zur aktuellen Bewertung (erscheint nur sporadisch)


Wir lüften die Geheimnisse der Wettercomputer

Wetterprofis kennen sie schon etwas länger - jetzt wollen wir unsere Seite "Modelldiskussion" auch denjenigen unserer Besucher öffnen, die über die komplizierten Vorgängen in unserer Atmosphäre nicht so genau Bescheid wissen, wie der "klassische Wetterfreak".

Dafür haben wir diese Seite etwas umgebaut. So finden Sie hier künftig eine Loop-Animation der Luftdruck- und Temperaturentwicklung der 850-hPa-Fläche des amerikanischen Wetterdienstes für die kommenden 10 Tage, welche die Trends der wetterlenkenden Strömungen über Europa und in groben Zügen auch die vom Wettercomputer vorausgerechnete Temperaturentwicklung anschaulich machen. - Diese Animation braucht zwar - je nach Tageszeit und Modem - etwas Ladezeit, sobald aber alle Bilder aber erst einmal in den Cache ihres PC eingelesen sind, läuft der kleine "Wetterfilm" ziemlich flott!

Dieser Mittelfristrechnung (mrf) der Amerikaner stellen wir das Bodendruck-Modell der Europäer, das ecmwf, mit dessen 144-Stunden-Prognose gegenüber. - Häufig unterscheiden sich diese beiden Modelle in ihren jeweiligen Prognosen und so erhalten Sie einen groben Überblick über die unterschiedlichen Einschätzungen und Trends, zwischen denen wir Meteorologen uns Tag für Tag immer wieder auf's Neue entscheiden müssen...

Außerdem zeigen wir allen daran Interessierten auf einer seperaten Seite auch noch das 500-hPa-Panel des ecmwf, das neben der Wettersituation in etwa 5 1/2 Kilometer Höhe ebenfalls die Bodenisobaren wiedergibt. Die Zusatzinformationen geben Aufschluß über die Höhen der 500-hP-Fläche und die Verläufe der in diesen Höhen regierenden "wetterlenkenden" Strömung.

Allen Modellen stehen Interpretationshilfen in Textform bei, die auch für Laien verständlich sind. - Hinzu kommt die allerdings nur sporadisch, d.h. bei besonders interessanten Wetterlagen, aktualisierte "Modelldiskussion" selbst, in welcher die gerade aktuellen Trends und Entwicklungen der vorgestellten Modelle besprochen werden.

Wir bitten um Verständnis dafür, daß wir an dieser Stelle die Modellvorhersagen des Deutschen Wetterdienstes nicht zeigen können. Der DWD gibt diese nur gegen teures Geld ab und stimmt einer Veröffentlichung dieser Daten nicht zu. - Zum Glück haben da die Amerikaner eine öffentlichkeitsfreundlichere Philosophie, die auf dem Grundsatz basiert: Von der Öffentlichkeit bezahlte Daten sollen dieser auch frei und öffentlich zugänglich sein!

So müssen wir uns - leider - einstweilen darauf beschränken, die jeweiligen Bewertungen des DWD-Modells beschreibend vorzustellen, wann immer diese interessante Tendenzen und Entwicklungen modellieren.

Die aktuellen Modellrechnungen der Wettercomputer

Das amerikanische mrf von unisys in Animation

Hier unser "Highligt" - die Animation des 850-hPa/Bodendruckmodells aus Purdue. Die Animation wird TÄGLICH am frühen Nachmittag automatisch aktualisiert. Sie braucht zwar ein bißchen Ladezeit, macht aber sodann die zu erwartenden Wetterabläufe äußerst plastisch:

Die weißen Linien geben die Isohypsen der 850-hPa-Fläche wieder, zeigen also die gerade aktuelle Luftdruckverteilung. Dazu sind Windpfeile eingearbeitet, welche Aufschluß über die Strömungsverhältnisse in dieser Höhe geben.

Daneben zeigt die Simulation die Temperaturentwicklung über Deutschland und Europa in rund 1500 Meter Höhe. Je blauer die Farbwiedergabe, desto kälter ist die jeweilige Luftmasse. Je roter es auf den Bildern wird, desto wärmer ist die Atmosphäre über den entsprechenden Regionen. Die Gelb und Grüntöne zeigen gemäßigte bzw. kühle Temperaturen an.

Die Farbschattierungen sind in 2°-Schritten wiedergegeben, wobei die Grenze zwischen Hellblau und Hellgrün genau der Temperatur von 0 Grad (wohlgemerkt in 1500 Meter Höhe!) entspricht. Die +10°-Grenze wird durch den Übergang zu Gelb-Tönen signalisiert, diejenige zu +20° Grad durch den Beginn von dunklen Rottönen! - Violette Farbtöne innerhalb der blauen Kaltluft der Polargebiete stehen dagegen für Temperaturen unter minus 10°.

Um sich nun in etwa eine Vorstellung von den im Meeresniveau zu erwartenden Temperaturen machen zu können, kann man - je nach Sonneneinstrahlung oder Bewölkung - im Sommer etwa 8 bis 15, an heißen Tagen auch bis zu 17 Grad hinzurechnen. - Von Herbst bis zum Frühjahr gelten wegen den dann häufig auftretenden Inversionen andere Gesetze. Dann ist es am Boden mitunter kälter, als in jenen 1500 Metern Höhe, so daß eine Bestimmung der Bodentemperaturen anhand dieser Bilder ohne umfangreiche, ergänzende meteorologische Informationen nicht mehr möglich ist. - Einen Direktlink zum amerikanischen Quellserver finden Sie am Fuß dieser Seite.

Das ecmwf-Modell Bodendruck + 144 Stunden

Bodenluftdruck nach dem ecmwf direkt vom Server des Europäischen Zentrums für Mittelfristwettervorhersagen + 144 (6-Tagesvorhersage). Das Modell wird TÄGLICH abends aktualisiert (solange der Server des ecmwf funktioniert).

Dieses Modell gibt in der auch von anderen Bodenwetterkarten gewohnten Darstellung die Verteilung des auf Meereshöhe reduzierten Luftdrucks am sechsten, auf den jeweiligen Rechenlauf folgenden Tag wieder. Datum des Rechenlaufs und Zieldatum, dem die Vorhersage gilt, sind in das Kartenbild eingedruckt. Die Luftdruckwerte werden in hPa angegeben. - Auch dieses Modell wird automatisch aktualisiert und wird von uns via Hyperlink auf den Server des Europäischen Zentrums für Mittelfristwettervorhersagen (ecmwf) geholt. Einen Direktlink zum ECMWF finden Sie am Fuß dieser Seite.

zum ecmwf 500-hPa-panel

 

Bewertung

Nach zahlreichen Sprüngen und Widersprüchen:

modelle zunehmend auf Winterkurs!

Marburg, den 10. Dezember 2001, 22:00 Uhr:

Vor allem das MRF war in letzter Zeit in Sachen Winterlage sehr zurückhaltend und modellierte immer wieder den Übergang zu einer Westlage. In den letzten Tagen machte aber auch MRF eine satte Kehrtwende: Plötzlich wurde auch hier das riesige, blockierende Hoch über Europa modelliert, doch erscheinen die einzelnen Modell-Läufe immer noch recht sprunghaft. Aktuell pendelt es sich jedoch zunehmend auf Winterkurs ein: So soll am Südostrand des Hochs nach und nach immer kältere Luft nach Mitteleuropa fließen. Dabei wird vorläufig jedoch noch antizyklonaler Einfluß gerechnet, so dass es zwar im Lauf der Woche immer kälter werden dürfte, doch lassen ergiebige Schneefälle zunächst weiter auf sich warten.

Ähnlich das ECMWF: Auch nach dem europäischen Modell bleibt die Blockierung an den kommenden Tagen erhalten und besonders in den Südosten Deutschlands sickert immer kältere Luft ein. Einer allmählichen Einwinterung steht auch nach diesem Modell offenbar nichts mehr im Wege. Allerdings dominiert das starke Hoch vorläufig noch das Wettergeschehen, so dass sich Schneefans einstweilen noch ein bisschen gedulden müssen...

FAZIT: Auch die anderen maßgeblichen Modelle tendieren immer mehr zu einer Einwinterung, so dass uns die hochspannende Wetterlage dieser Tage gerade mit Blick auf die bevorstehende Weihnachtszeit ganz sicher noch ein Weilchen in Atem halten dürfte. Aufgrund der aktuellen Großwetterlage läßt sich sagen, dass die Voraussetzungen für eine winterliche und damit möglicherweise "weiße Weihnacht" so gut stehen, wie schon seit vielen Jahren nicht mehr. - Dennoch gilt - wie immer - auch bei der aktuellen Lage: Noch sind Überraschungen drin, wenngleich die Möglichkeit der Umstellung zu einer milden Westwetterlage derzeit äußerst unwahrscheinlich erscheint. - Wir behaltens im Auge! ;-)

*

Die Modellbesprechung wird nicht täglich, sondern immer nur dann - sporadisch aktualisiert, wenn sich eine besonders interessante Wetterentwicklung andeutet...

tschüß

Ihr Jürgen Vollmer

Direktlink zum Ami-Server

Direktlink zum Europäischen Zentrum für Mittelfristwettervorhersagen, ecmwf

 



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