Wetterfibel

Albedo
Neigung der Erdoberfläche, empfangenes Sonnenlicht durch Streuung oder Reflexion wieder in den Weltraum zurückzustrahlen. Durch Schnee- oder Eisbedeckung wird die Albedo der betroffenen Flächen erheblich verstärkt. Damit wird zugleich deren Vermögen herabgesetzt, energiereiche Sonnenstrahlung aufnehmen und in Wärme umwandeln zu können. Die Folge ist eine mehr oder weniger ungehemmte Kaltluftproduktion, wie sie nahezu ganzjährig in den vereisten Polarregionen der Erde beobachtet werden kann.

Azorenhoch
Stabiles Hochdruckgebiet im subtropischen Hochdruckgürtel, das nahezu ganzjährig über dem mittleren Atlantik in der Nähe der portugiesischen Inselgruppe „Azoren" zu finden ist. Dehnt sich das Azorenhoch nach Norden oder Nordosten aus, lösen sich häufig eigenständige Hoch-Zellen ab und sorgen mitunter bis nach Nordeuropa für schönes Wetter, das im Sommer meist mit angenehm warmen Temperaturen einhergeht, im Winter aber nicht selten mit kaltem Ostwindwetter einhergeht.

Blizzard
Amerikanischer Ausdruck für eine Schneesturm-Wetterlage. Heftige Blizzards entwickeln sich, wenn extrem kalte und feucht-milde Luftmassen auf engem Raum aufeinandertreffen. Dies ist im Hochwinter und im Frühjahr häufig an der amerikanischen Ostküste der Fall. Je größer dabei die Temperaturgegensätze ausgeprägt sind, desto stärker fegt der Orkan. Dabei bringt die aufgleitende Warmluft binnen Tagesfrist oft Neuschneemengen von mehr als 50 Zentimetern, die dann vom Wind zu meterhohen Schneewehen aufgetürmt werden.

Blutregen
Im Mittelalter geprägter, heute kaum noch gebräuchlicher Begriff für gelbbraun verfärbten Regen. Die Färbung rührt von winzigen Staubkörnchen her, die bei Sandstürmen über der Sahara kilometerhoch in die Atmosphäre getragen, bei Südwind gelegentlich bis nach Mitteleuropa geweht und hier vom Regen „ausgewaschen" werden. Die Assoziation mit Blut wurde durch die einhergehende rötliche Verfärbung winterlicher Schneedecken geweckt.

Bodenfrost
Vom Herbst bis zum späten Frühjahr häufig mit Reifbildung einhergehende Abkühlung des Erdbodens bis unter den Gefrierpunkt, wobei die Quecksilber in der üblichen Meßhöhe von 2 Meter über Grund gleichzeitig meist noch mehrere Plusgrade anzeigen. Der Temperaturunterschied zwischen 2 Meter und 5 Zentimeter über dem Erdboden kann mitunter mehr als 5 Grad betragen, so daß die Zahl der Tage mit Bodenfrost übers Jahr erheblich über der Zahl der Tage mit Luftfrost liegt. In besonders exponierten Lagen kann es sogar in den Hochsommermonaten Juli und August Bodenfrost geben.

Celsius
Gebräuchliche Thermometer-Skala, die auf den schwedischen Astronomen Anders Celsius zurückgeht. Der Wissenschaftler unterteilte den bei Normaldruck (1013,25 Hektopascal) bestehenden „Abstand" zwischen dem Gefrierpunkt und dem Siedepunkt von Wasser in 100 Grad, wobei er den Siedepunkt ursprünglich mit Null Grad und den Eispunkt mit 100 Grad Celsius festsetzte. Zweckmäßigerweise kehrte der Botaniker Carl von Linné diese Skala später um, so daß die uns heute vertraute Thermometer-Skala entstand.

Cirrus-Wolken
Dünne Eiswolken mit zarter, faseriger oder bänderartiger Struktur, die an gezupfte Watte oder den Flaum von Vogelfedern erinnert. Daher werden sie im Volksmund auch „Federwolken" genannt. Sie entstehen, wenn sich Wasserdampfgas in großer Höhe bei unter minus 40 Grad in winzigen Eiskristallen niederschlägt. Diese können Tiefdruckzonen bis zu 1000 Kilometer vorauseilen und gelten daher als „Schlechtwetterboten".

Donner
Bei Gewittern vom Blitzschlag ausgehender explosionsartiger Knall, der sich mit zunehmender Entfernung in einem dumpfen Grollen verliert. Der Donner entsteht, weil sich die im Blitzkanal bis zur Weißglut erhitzte Luft unter Bildung von Knallgas schlagartig ausdehnt und nach dessen Zündung wieder zusammenstürzt. Dabei breiten sich Schockwellen aus, die aufgrund der unterschiedlichen Entfernungen der einzelnen Äste des Blitzes zu unserem Ohr nacheinander „heranrollen".

Dunst
Durch in der Luft schwebende, mikroskopisch kleine Staub- oder Wasserdampfteilchen hervorgerufene Trübung der Atmosphäre. Die Meteorologen unterscheiden anhand der Sichtweiten zwischen „trockenem" und „feuchtem" Dunst. Während sie bei letzterem zwischen einem und vier Kilometer liegen kann, sind bei trockenem Dunst noch Sichtziele in Entfernungen zwischen 4 und 8 Kilometer sichtbar. Trockener Dunst gilt im Volksmund als „Schönwetterdunst". Feuchter Dunst führt in Industriegebieten durch Einbindung von Abgasen oft zu gesundheitsschädlichem „Smog".

Eisregen
Regen, der aus milder Höhenluft in eine bodennahe Frostluftschicht hineinfällt, dabei „unterkühlt" wird und beim Auftreffen auf den Erdboden schlagartig zu gefährlichem Glatteis erstarrt. Bei längerer Fallstrecke durch die frostige Luftschicht gefrieren die Tropfen mitunter schon vor Erreichen des Bodens zu weniger gefährlichen „Eiskörnern". Deren grob-körnige Struktur verhindert nämlich die Bildung von blankem „Spiegeleis".

El Nino
... heißt übersetzt „das Kind“, womit das Christkind gemeint ist, weil das zugrundeliegende, alle 2 bis 8 Jahre wiederkehrende Wetter-Phänomen, jeweils zur Weihnachtszeit seinen Höhepunkt erreicht. Dabei handelt es sich um eine Störung der „normalen“ Wind- und Temperaturverteilung über dem Pazifischen Ozean. Der Südostpassat bläst schwächer oder bricht zusammen, wodurch sich warmes Wasser vor der südamerikanischen Westküste staut und hier katastrophale Regenfälle auslöst, während in weiten Teilen Südostasiens, Australiens und Südafrikas Trockenheit und Dürre einsetzen. Ob El Ninos Einfluß auch in Europa zu Wetteränderungen führen kann, ist noch umstritten, - doch spricht vieles dafür, daß zumindest Sekundärauswirkungen auf unser Wetter beobachtet werden können.

Feuertornado
Mit verheerenden Wald- und Buschbränden in den Trockengebieten Nordamerikas einhergehende Hitzestrudel. Heiße Wüstenwinde schüren entstandene Flurbrände und treiben, vernichtende Feuerwalzen vor sich her. Durch den plötzlichen Hitzestau an ihren Rändern bilden sich Glutwirbel, die fast allen Sauerstoff der unmittelbaren Umgebung stürmisch an sich reißen um mit rotierenden Flammensäulen regelrechte Feuerschneisen durch das betroffene Gebiet zu fressen.

Frühnebel
Im Sommer meist nur als flacher „Wiesennebel“, im Herbst und Winter oft als zähe, graue und mehrere Hundert Meter dicke Schicht in Erscheinung tretender Nebel, der bei klarem und windschwachem Wetter aufgrund der nächtlichen Abkühlung der Erdoberfläche entsteht und im Sommer kurz nach Sonnenaufgang durch zügige Erwärmung der unteren Luftschichten rasch wieder verschwindet. In der kalten Jahreszeit geht Frühnebel dagegen häufig in zähen Hochnebel über, der mitunter sogar den ganzen Tag über anhalten kann.

Glorie
Farbige Leuchterscheinung, die sich ringförmig um den eigenen, von der Sonne auf Nebelwolken geworfenen Schatten legt. Sie entsteht, wenn Sonnenlicht an Nebeltröpfchen gebrochen und teilweise in Farben zerlegt wird. Reflexion verleiht der Erscheinung dabei einen eigentümlichen Glanz. Sie kann von Bergen oder aus Flugzeugen dicht über der Nebelgrenze wahrgenommen werden. Das berühmte „Brockengespenst" geht auf eine Glorien-Erscheinung zurück.

Gewitterfront
Gewitterlinie, die sich im Sommer häufig entlang von Kaltluftfronten entwickelt und nach Schönwetterperioden meist eine empfindliche Abkühlung einleitet. Anders als das „Wärmegewitter“ überquert eine Gewitterfront meist große Gebiete und führt daher flächendeckend zu kräftigen Regengüssen. Die für die Enstehung der Gewitterwolken erforderliche Hebung von feucht-warmer Luft wird dadurch in Gang gesetzt, daß sich die schwerere Kaltluft mehr oder weniger turbulent unter die leichtere Warmluft schiebt und diese so zum Aufsteigen zwingt.

Heiter
In amtlichen Wetterberichten übliche Charakterisierung des Himmelsbildes: Es ist mindestens ein Viertel, aber höchstens die Hälfte des Himmels bewölkt.

Haarhygrometer
Meteorologisches Meßinstrument zur Bestimmung der relativen Luftfeuchtigkeit. Diese wird in Prozent angegeben, wobei 100 Prozent Luftfeuchtigkeit einer Sättigung der Luft mit Wasserdampf, also dem meteorologischen Zustand „Nebel“ entspricht. Das klassische Haarhygrometer bedient sich dabei einer „Harfe“ menschlichen Haares, das sich bekanntlich - je nach Feuchtigkeit - auszudehnen oder zusammenzuziehen pflegt. Diese Längenänderung der Haare über einen Zeiger auf die Meßskala übertragen.

Höhenströmung
Windrichtung und Geschwindigkeit in der freien Atmosphäre oberhalb der bodennahen Reibungsschicht. Für die Wettervorhersage sind insbesondere die Windmuster in etwa 5 Kilometer Höhe von Bedeutung, da sich Tiefdruckzonen und ihre Niederschlagsgebiete meist mit der Windströmung in dieser Höhe weiterbewegen. Die Abdrift von Wetterballons gibt den Meteorologen Aufschluß über Richtung und Stärke der Höhenströmung.

Isobaren
Linien gleichen Luftdrucks. Auf der täglichen Wetterkarte verbinden die Meteorologen alle Orte mit dem gleichen Luftdruck, z.B. 1015 Hektopascal. Dadurch entstehen die mehr oder weniger kreis-, parabel- oder keilförmigen Linien um Hoch- und Tiefdruckgebiete. Nahezu parallel zu ihnen weht der Wind und zwar im Uhrzeigersinn um Hochdruckgebiete und entgegen demselben um Tiefs. Er bläst um so stärker, je enger sich die Isobaren über einer Region zusammendrängen.

Inversion
Insbesondere im Herbst und Winter auftretende Temperaturumkehrschicht der Atmosphäre. Bei windschwachem Hochdruckwetter kühlen sich die bodennahen Luftschichten in den langen Nächten stark ab. Und weil kalte Luft schwerer ist, als warme Luft, sammelt sich diese Kaltluft in Mulden, Senken und Flußtälern, wo sich dann häufig Nebel bildet. Schafft es die Sonne tagsüber nicht mehr, diese Kaltluftseen ausreichend zu erwärmen, so löst sich der Nebel mitunter tagelang nicht mehr auf. Gleichzeitig ist es auf den Bergen häufig sonnig und mild, denn die leichtere, weil wärmere Höhenluft liegt nun wie ein Kochtopfdeckel über der kalten Nebelluft. Eine ausgeprägte Inversionswetterlage wird erst mit Annäherung von Schlechtwettergebieten aufgelöst, weil der dann stärkere Wind dann die beiden unterschiedlichen Luftschichten durchmischt und so den Nebel auflöst.

Jetstream
Zu Deutsch: Strahlstrom! Schlauch- bzw. tunnelartiges Feld höchster Windgeschwindigkeiten in 5 bis 12 Kilometern Höhe. Je stärker die horizontalen Temperaturgegensätze ausgeprägt sind, desto heftiger jagt auch der Strahlstrom durch die Atmosphäre. Dabei wurden schon Windgeschwindigkeiten von über 200 Stundenkilometern beobachtet. Werden kleine Tiefs mitgerissen, können diese unter Entwicklung zum Orkantief binnen 24 Stunden quer über den Atlantik rasen.

Klimahütte
Aus weiß gestrichenem Lamellenwerk zusammengefügter Holzkasten von international genormter Bauart, der auf einem Gerüst genau 2 Meter über dem Erdboden fixiert wird. Er dient der Aufnahme meteorologischer Meßinstrumente zur Ermittlung von Lufttemperatur- und Feuchte. Das Lamellenwerk ermöglicht eine gute Belüftung der Präzisionsinstrumente, ohne daß Sonneneinstrahlung die Meßergebnisse verfälschen kann.

Labile Luftschichtung
Leicht aus dem Gleichgewicht geratender Temperaturzustand der Atmosphäre. Im Gegensatz zur stabilen Schichtung, bei der verhältnismäßig warme Luft wie ein Kochtopfdeckel über schwererer Kaltluft ruht, wird bei labiler Schichtung häufig höhenkalte Luft vom Nordatlantik herangelenkt. Schon die geringste Erwärmung der bodennahen Schichten durch Sonneneinstrahlung genügt, um Warmluftblasen wie Ballons aufsteigen und Schauerwolken entstehen zu lassen.

Monsun
Mit der Jahreszeit wechselndes, großräumiges Windsystem, das sich vor allem in den tropischen und subtropischen Regionen der Erde zum Ausgleich der Temperaturunterschiede zwischen Land und Meer ausbildet. Monsunwinde wehen stets vom kälteren zum wärmeren Untergrund, weshalb man z.B. in Indien zwischen dem vom Meer kommenden, regenbringenden Sommer- und dem in entgegengesetzter Richtung wehenden, trockenen Wintermonsun unterscheidet.

Neblig-Trüb
Typische Charakterisierung grauen Herbst- oder Winterwetters: Starker Dunst, Nebel oder Hochnebel „trübt" die Sicht und „verschluckt" alle Sonnenstrahlen.

Nowcasting
Amerikanische, auch hierzulande zunehmend gebräuchliche Bezeichnung einer vom Jetzt-Zustand ausgehenden Kurzfrist-Wettervorhersage, die laufend aktualisiert wird und sich in der Regel punktgenau auf einen bestimmten Ort, z.B. einen Flughafen oder einen Tennisplatz bezieht. Eine exakte „Nowcasting" erfordert neben einem zuverlässigen Meßnetz wegen den Unwägbarkeiten von Wolkenneubildungen auch eine permanente Überwachung mittels Radar- und Satellitenauge.

Ozonloch
In seiner elementaren Tragweite für das irdische Leben erst in den Achtziger Jahren erkanntes Schrumpfen der atmosphärischen Schutzhülle vor im Sonnenlicht enthaltener UV-Strahlung. Die in rund 30 Kilometern Höhe wirksame Ozonschicht wird von sogenannten FCKW-Verbindungen allmählich aufgelöst, die seit Jahrzehnten industriellen Kühlmitteln und Treibgasen aus Spraydosen entströmen. Die dadurch zunehmende UV-Strahlung fördert Hautkrebs und Augenleiden.

Photosmog
Durch intensive Sonneneinstrahlung in den Sommermonaten hervorgerufene Anreicherung der bodennahen Luftschichten mit dem Atemgift „Ozon". Dabei setzt Sonnenlicht eine Reihe photochemischer Reaktionen in Gang, bei denen aus Autoabgasen stammende „Stickoxide" in Ozon verwandelt werden. Während sich dieser Prozeß in den Ballungszentren nachts umkehrt, reichert sich das unsichtbare Gift in verkehrsarmen „Reinluft-Gebieten" häufig tagelang an. Die Folge: Kopfschmerzen, Augentränen und Reizungen der Atemwege.

Quecksilberbarometer
Nach einem von dem Italiener „Torricelli" 1643 erkannten physikalischen Prinzip konstruiertes Instrument zur Messung des atmosphärischen Luftdrucks. Torricelli fand heraus, daß der Luftdruck Flüssigkeiten so weit in einer eingetauchten Vakuumröhre aufsteigen läßt, bis er der Flüssigkeitssäule die Waage hält. Da diese Säule bei dem relativ leichten Wasser gut 10 Meter hoch wäre, bedient man sich im Flüssigkeitsbarometer des schwereren Quecksilbers, das dem Normaldruck schon bei einer Säulenhöhe von 760 Millimetern bzw. „Torr" die Waage hält.

Quellwolken
Im Meteorologenjargon heißen sie eigentlich „Cumulus"-Wolken, werden aber von ARD-Meteorologe Jörg Kachelmann wegen ihren eindrucksvollen Formen meist liebevoll als „Blumenkohl-Wolken" bezeichnet. Weil in ihnen mächtige Aufwinde wehen, wachsen Quellwolken von ihrer Basis her oft bis in Höhen von 10 Kilometer und mehr in den Himmel hinauf, wo die Gipfel alsdann in minus 40 bis unter minus 50 Grad kalter Luft gefrieren.

Regenbogen
Atmosphärische Leuchterscheinung, die durch Brechung von Sonnenstrahlen in Regentropfen hervorgerufen wird. Dabei wird das Sonnenlicht in seine Spektralfarben zerlegt und kreisförmig in einem Winkelabstand von 42 Grad um einen fiktiven Punkt gegenüber der Sonne reflektiert. Daher kann auch bei niedrigem Sonnenstand stets nur ein Teilbogen über dem Horizont wahrgenommen werden. Durch doppelte Lichtbrechung wird bisweilen auch ein zweiter, äußerer Bogen mit spiegelverkehrter Farbfolge sichtbar.

Rückseitenwetter
Typische Wetterabläufe auf der Rückseite, d.h. nach Durchzug einer Kaltluftfront. Meist reißt die Wolkendecke kurz auf, bevor Quellwolken Schauerwetter einleiten.

Smog
Zusammenfassender Begriff für die beiden englischen Wörter „Smoke" (Rauch) und „Fog" (Nebel), der die mehr oder weniger gesundheitsabträgliche Mischung beider Erscheinungen beschreibt. „Smog" trat erstmals mit Beginn der industriellen Revolution auf, als sich bei winterlichen Inversionswetterlagen die Rauchgase aus Fabrikschloten mit dem vom Hausbrand ohnehin schon rußgeschwängerten „Londoner Nebel" vermischten. Heutzutage führen vor allem die Abgase aus dem Straßen-verkehr zu giftigem „Wintersmog".

Sonnig
In Wetterberichten übliche Charakterisierung für klares, sonnenscheinreiches Wetter: Der Himmel ist wolkenlos oder nur gering, d.h. zu weniger als einem Viertel bewölkt.

Taifun
In Südostasien gebräuchliche Bezeichnung für tropische Wirbelstürme. Die Stürme brauen sich vor allem in den Herbstmonaten über den Weiten des „Stillen Ozeans" zusammen und driften dann westwärts in Richtung Kontinent. Meist werden die Inselgruppen „Polynesiens", aber auch Japan und die Philippinen, seltener dagegen der indische Subkontinent, von den Unwettern heimgesucht. Die Hauptgefahr geht in den Küstenregionen von den mitunter mehr als 10 Meter hohen Flutwellen aus, die heftige Taifune vor sich herschieben.

Unwetter
Eigentlich ist das Wort selbst ein Unbegriff, denn im Grunde gibt es ja kein „schlechtes" Wetter, sondern allenfalls unzureichende Vorkehrungen zum Schutz vor demselben. Die gebräuchliche Bezeichnung „Unwetter" meint pauschal solche Wetteraktivitäten, deren Heftigkeit nicht nur subjektive Unlustgefühle, sondern oft auch erhebliche Schadwirkungen auf menschliches Hab und Gut zu entfalten pflegt, also Stürme, Wolkenbrüche, Glatteis, Blitz- und Hagelschläge. „Nebel" wird dagegen kurioserweise als „Wetter" akzeptiert...

Verdunstungsnebel
Ein Phänomen, das häufig bei Annäherung von Warmfronten auftritt: Aus der zuerst in größeren Höhen aufgleitenden Warmluft fällt Schnee bzw. Regen in die darunterliegende, zunächst noch relativ trockene Kaltluft und verdunstet dabei. Durch die Verdunstung kühlt sich die Luft weiter ab, wobei zugleich ihre Feuchte solange zunimmt, bis Wasserdampfsättigung eintritt. Kühlen Schnee oder Regen die Luft weiter ab, kondensiert die überschüssige Feuchte zu Verdunstungsnebel.

Weihnachtstauwetter
Das Weihnachtstauwetter ist eine typische meteorologische „Singularität", also ein Witterungsereignis, das mit einer großen statistischen Wahrscheinlichkeit aufzutreten pflegt. In durchschnittlich 4 von 5 Jahren beendet es frühwinterliche Frostperioden kurz vor oder während den Feiertagen, wobei häufig milde Südwestwinde wehen, die selbst in höheren Lagen der Alpen zur Schneeschmelze führen. In kalten Wintern kehren Frost und Schnee oft mit dem neuen Jahr zurück.

Wetterleuchten
Bei Wetterleuchten handelt es sich um nächtliches Blitz-Flackern, das von einem oder mehreren Ferngewittern ausgeht, ohne daß aufgrund der großen Distanzen Donner vernommen werden kann. Meist wird in vorhandenen Wolken oder im Dunst der Atmosphäre nur der Widerschein solcher Fernblitze wahrgenommen. Vor oder nach Durchzug von Gewitterfronten kann sich das Wetterleuchten jedoch zu einem spektakulären Himmelsfeuerwerk entwickeln, bei dem die mächtigen Quellwolken Blitz für Blitz von innen heraus wie überdimensionale Lampions aufleuchten. - Ein prächtiges, himmlisches Feuerwerk!

Wolkig
In Wetterberichten gebräuchliche Charakterisierung der Bewölkungsverhältnisse: Wolken verdecken mehr als die Hälfte, aber höchstens drei Viertel des Himmels.

Zenitalregen
Regen, der in tropischen Regionen stets dort auftritt, wo die Sonne im Gang der Jahreszeiten einen senkrechten Mittagsstand (Zenitstand) über dem Horizont einnimmt. Aufgrund der intensiven Sonneneinstrahlung erhitzt sich die Luft mittags so stark, daß sich riesige Quellwolken bilden und bis über 16 Kilometer hoch in die Atmosphäre aufsteigen. Die Folge sind täglich wiederkehrende und von gewaltigen Sturzregen begleitete Gewitter, die sich mangels Wärmenachschub in den kühleren Nachtstunden meist wieder vollständig auflösen.

 

© by Jürgen Vollmer, 1997

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