Wetterrevue - Focus:

Erklärungsversuch der ungewöhnlichen Wolke über Laage Kronskamp

Hier noch einmal die seltsame Wolke im Bild:

Bild (3)


Liebe Besucherinnen und Besucher von Wetterleuchten

Unsere Bitte, uns in dem Bemühen zu unterstützen, die eigenartige Wolkenformation zu erklären, ist auf ein reges Echo gestossen.

Zahlreiche e-mails haben uns erreicht, wofür wir uns an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bei allen Einsendern bedanken wollen. Die Schreiber kamen übereinstimmend zu der Einschätzung, daß es sich bei der Erscheinung in der Tat um "Contrails", also um Kondensfahnen aus einem Düsenflugzeug handelt.

Eine der erhaltenen mails hat uns in besonderer Weise beeindruckt, denn ihr Verfasser geht sehr ausführlich auf die möglichen Ursachen der Erscheinung ein, so daß wir Ihnen, liebe Besucher von "Wetterleuchten" diesen Erklärungsversuch nicht vorenthalten wollen.

Unser Leser, Herr Alheit, schreibt zu den von uns vorgestellten Bildern:


Hallo liebe Meteorologen,

anbei ein spontaner (ich möchte mir für weitergehende Aussagen noch die Wetterkarten des besagten Termins anschauen) Erklärungsversuch.

Also, aufgrund meiner eigenen Erfahrung mit der Kondensfahnenbeobachtung und einem entsprechenden Satz ähnlicher Ph(F)otos spricht sehr viel dafür, daß es sich in der Tat um Kondensstreifen handelt. Horizontale und/oder vertikale Erstreckungen von Kondensstreifen lassen sich wie folgt erklären: Aufgrund relativ geringer Eisteilchenkonzentrationen (aus welchem Grund auch immer) oder längerer (Größenordnung Stunde(n)) Luftmassenhebung (und damit der eingebetteten Kondensstreifen) können die Eisteilchen von den Ausgangsgrößen (ca. 1 Mikrometer, Eiskugeln) durch Anlagerung von Wasserdampf zu Größen anwachsen, die ein effizientes Aussedimentieren (Fallen) der Eisteilchen erlauben (ab ca. 100 Mikrometer, Säulchenform). Die Fallgeschwindigkeiten liegen in der Größenordnung um 1 m/s.

Wenn nun dieser Ausfallprozess von ausgeprägten Horizontalwindscherungen überlagert ist, d.h. die Horizontalkomponenten der Windgeschwindigkeit in leicht unterschiedlichen Höhen stark variieren, werden die Eisteilchen beim Fallen unterschiedlich stark horizontal verdriften. Dies ergibt dann das Baldachin-ähnliche Erscheinungsbild, wie es sich dem Beobachter vom Erdboden aus darstellt.

Es handelt sich somit eine Überlagerung von wolkenmikrophysikalischen mit dynamischen Effekten der Troposphäre.

MfG R. Alheit


Soweit Herr Alheits Erklärungsversuch des Wolkenphänomens. Wir halten diesen für sehr schlüssig, erklärt er doch nachvollziehbar die so ungewöhnliche Form der Erscheinung.

Wenn auch Sie merkwürdige Wolkenbilder besitzen, die Sie sich nicht erklären können, so senden Sie uns Ihr Bild einfach zu. - Gerne werden wir auch Ihre ungewöhnlichen Bilder innerhalb von "Wetterleuchten" veröffentlichen und nötigenfalls gemeinsam mit unseren Besuchern nach Erklärungen suchen bzw. solche diskutieren.


Senden Sie uns einfach eine kurze E-Mail an Wetterrevue

Vielen Dank

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