Killer-Hurrican:
Sintflut vernichtet Mittelamerika

Bilder des tödlichen Sturms 

"Mitch" zum Zeitpunkt seiner stärksten Entwicklung am Montag, den 26. Oktober, 23:10 MEZ
(Spätnachmittag vor Ort) nordöstlich von Honduraz
 

Weit über 10.000 Tote, eine nahezu vollständig zerstörte Infra-Struktur, dazu verheerende Krankheitsepidemien und nun auch noch drohende Hungersnöte... - dies ist die Schreckens-Bilanz, die der Killer-Hurrikan "Mitch" vor allem in den mittelamerikanischen Staaten "Honduraz" und "Nicaragua" binnen nur wenigen Tagen der Vernichtung hinterließ. - Eine Spur des Elends und des blanken Entsetzens durchzieht Mittelamerika, - das menschliche Leid läßt sich kaum in Worte fassen...

Der Wirbelsturm "Mitch" galt als der stärkste Hurrican, der in diesem Jahrhundert vor der mittelamerikanischen Küste entstanden ist. In seinem Inneren rotierte am Montag, den 26. Oktober eine Sturmsäule mit Geschwindigkeiten von bis zu 330 Stundenkilometern und im Zentrum erkennt man sein nahezu perfekt geformtes, wolkenloses "Auge", das wie ein gewaltiger, atmosphärischer Strudel aussieht und nur wenige Dutzend Kilometer durchmißt.

Die perfekte Form des Sturms ist u. a. auf die geringe Verlagerungsgeschwindigkeit des Systems zurückzuführen, hat sich aber inzwischen wieder verloren, weil der Sturm auf Land übergegangen ist, wo die Reibungskräfte an der bergigen Erdoberfläche Störungen hervorriefen. Und diese sorgten dafür, daß sich mittlerweile auch das Auge wieder mit Wolken gefüllt hat. Gleichzeitig schwächte sich die Sturmkraft des Hurrikans stark ab. - Gefährlich ist der Ex-Hurrikan aber dennoch, weil sich seine gewaltige Energie nunmehr in Gestalt von gigantischen Regengüssen über Mittelamerika austobt. Wir zeigen Ihnen in der Folge ein Satellitenbild der auseinanderschwappenden Wolkenmassen des Ex-Hurrikans vom 31. Oktober und die Berechnungen des weiteren Weges von "Mitch", dem mittelamerikanischen "Killer-Hurrikan"...
 

Ex-Hurrican "Mitch"
setzt Mittelamerika unter Wasser

"Mitch" am Samstag, den 31. Oktober, 23:15 MEZ

(Nachmittag vor Ort) über Mittelamerika
 

 

"Mitchs" weiterer Weg über Mexiko zum Golf...

Die Zugbahn von Ex-Hurrikan "Mitch" an den vergangenen Tagen 

"Mitch" zog inzwischen über Südmexiko, Florida und den Nordatlantik hinweg in Richtung Europa

Wie die oben abgebildete Karte zeigt, wanderte "Mitch" nach seinem tagelangen Verharren über Honduraz und Guatemala nordwestwärts in Richtung Mexiko, wobei sich der zum "Tropischen Sturm" herabgestufte Ex-Hurrican noch ein wenig abschwächte. - Große Gefahr ging aber zunächst noch von den sintflutartigen Regenfällen aus, die Mitchs Wolkenpakete hinterließen.

Der weitere Weg des Ex-Sturms ging in den letzten Tagen nordostwärts auf den Golf von Mexiko hinaus. Am Freitag, den 6. November, abends überquerten die Reste des Sturms mit schweren Gewittern Florida, doch wurden keine größeren Schäden mehr bekannt, - nicht zuletzt deswegen, weil das Wolkensystem inzwischen mit einer recht hohen Geschwindigkeit in Richtung Nordatlantik weiterzog.

Die letzten Überreste von "Mitch" ziehen am Montag, den 9. November als ganz normales Sturmtief vom Atlantik her über Schottland hinweg zur Norwegischen See. Seine Ausläufer überqueren Deutschland mit Regen und Wind, - zum Glück jedoch ohne hier noch nennenswerte Schäden verursachen zu können...

Marburg, den 8. November 1998

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